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  • Unternehmen können nicht auf internationale Datentransfers verzichten

12.01.2026

Immer mehr Unternehmen in Deutschland übertragen personenbezogene Daten in Länder außerhalb der EU. Dies ist ein unverzichtbarer Schritt in einer digitalisierten und global vernetzten Wirtschaft. Doch die rechtlichen Unsicherheiten bereiten vielen Sorgen.

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Ob Cloud-Plattformen, Videokonferenzen und Kollaborationstools oder Rund-um-die-Uhr-Support: Die große Mehrheit der Unternehmen (62 %) in Deutschland überträgt personenbezogene Daten in Länder außerhalb der EU. Fast die Hälfte (45 %) transferiert die Daten an externe Dienstleister, 41 % an Geschäftspartner zu gemeinsamen Zwecken und 19 % an Konzerntöchter oder andere Konzerneinheiten. Zugleich fordern 78 % von der Politik Rechtssicherheit bei internationalen Datentransfers. Das sind Ergebnisse einer Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Internationale Datentransfers sind unverzichtbar für eine globale Wirtschaft. Dabei verunsichert die häufig unklare Rechtslage viele Unternehmen“, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung.

Warum werden Daten übertragen?

Fast alle Unternehmen, die personenbezogene Daten ins Nicht-EU-Ausland transferieren, tun dies, um auf Cloud-Angebote (96 %) oder Kommunikations- und Videokonferenzsysteme (90 %) zuzugreifen. Zwei Drittel (66 %) nutzen weltweite Dienstleister, etwa für einen 24/7-Sicherheitssupport. Rund ein Drittel (38 %) nutzen Services für Abrechnungen oder Datenbankmanagement, die Daten in Länder außerhalb der EU übertragen. 31 % haben Unternehmensstandorte außerhalb der EU, 18 % arbeiten mit Partnern außerhalb der EU zusammen, etwa bei Forschung und Entwicklung.

Verzicht hätte massive Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit

Ein Verzicht auf die Verarbeitung personenbezogener Daten außerhalb der EU hätte für die Unternehmen gravierende Folgen. Drei Viertel (75 %) hätten unmittelbar höhere Kosten, 71 % Wettbewerbsnachteile gegenüber Unternehmen aus Nicht-EU-Ländern und zwei Drittel (66 %) warnen, dass dann globale Lieferketten nicht mehr funktionieren würden. 57 % könnten bestimmte Produkte oder Dienstleistungen nicht mehr anbieten, 25 % nur noch mit einer schlechteren Qualität. 50 % fürchten ein Aus für ihren globalen Security-Support. 29 % müssten ihre Konzerndatenverarbeitung umbauen und 23 % würden im Innovationswettbewerb zurückfallen. Kein einziges Unternehmen sieht keine dieser Folgen. „Bei der Diskussion über Datentransfers geht es nicht um die Frage, welche Software man einsetzt. Ein Ende internationaler Datentransfers hätte unmittelbare und massive Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft“, sagt Dehmel.

Wohin fließen die Daten?

Am häufigsten fließen Daten in die USA. 61 % der Unternehmen, die personenbezogene Daten ins Nicht-EU-Ausland transferieren, übertragen sie dorthin. Am häufigsten werden dafür sogenannte Standardvertragsklauseln als Rechtsgrundlage genutzt (80 %), dahinter folgen Binding Corporate Rules (23 %) sowie das EU-US-Data-Privacy Framework (21 %) und Einwilligungen (12 %). 19 % geben an, dass sie derzeit den Datentransfer noch umstellen oder darüber diskutieren, wie mit dem Wegfall früherer Regelungen umgegangen werden soll. Nach den USA ist Großbritannien mit 43 % wichtigstes Land für Datentransfers, gefolgt von Indien (24 %), Japan (13 %), China (12 %), der Ukraine (7 %), der Türkei (6 %) und Südkorea (5 %). Nach Russland transferiert kein Unternehmen Daten.


Bitkom vom 09.01.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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